Pride-Marketing: Positiver Tatendrang oder doch nur Queerbaiting?

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Das Pride-Marketing ist in diesem Jahr wirklich an niemandem einfach vorbeigegangen. Regenbogen-Fahnen, -Sticker und -Banner zierten die Schaufenster vieler Unternehmen. Marken werben mit #diversity, #feminist oder #LGBTQ* und sprechen damit gerade die jugendliche Zielgruppe an. Die Zukunft ist bunt und der Trend hält weiter an. Eine gute Marktlücke ergab sich hier gerade nach der Legalisierung der Homo-Ehe und der Bewegung #MeToo.

Eine Befragung der “Community Marketing & Insights” aus dem Jahr 2019 in den USA ergab, dass 78% der Befragten eher bei Unternehmen einkaufen würden, die sich für Gleichberechtigung einsetzten. So “hingenommen” wurde das LGBTQ*-Marketing aber nicht. Es herrschte auch jede Menge Kritik, da davon ausgegangen wurde, dass nicht jedes Unternehmen auch wirklich Meinungen der Gleichberechtigung vertrat, sondern teilweise auch schlichtweg ausnutzte. Dieses “Phänomen” etablierte den Begriff “Queerbaiting” statt “Clickbaiting”, bei dem es darum ging möglichst viele Klicks durch reißerische Überschriften zu ergattern.

Warum diese Zielgruppe gerade deshalb so attraktiv für Unternehmen sei, liege an einer Vielzahl von Gründen. Zum einen sei beispielsweise das Thema der Diversität, der “Andersheit” und des LGBTQ* ein gesellschaftlicher Trend, zum anderen gilt die Zielgruppe als konsumfreudiger und finanzstärker. Erhebungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2017 zu Grunde, lebt mehr als die Hälfte der homo- und bisexuellen Männer und Frauen in Deutschland in Gemeinden, außerdem leben 67% in einem Doppelverdienerhaushalt. Nur 54% der heterosexuellen Deutschen lebten in einem Doppelverdienerhaushalt, was daran lag, dass die Heterosexuellen Paare mehr Haushalte mit Kindern hatten und so finanziell auch schlechter gestellt seien.

Positive Seiten und einen positiven Tatendrang gibt es aber neben dem Queerbaiting auch. Für junge Menschen spielt Vielfältigkeit und deren Akzeptanz in der Gesellschaft eine große Rolle und Unternehmen setzen hiermit ein Zeichen. Der CSD ist dadurch schon lange keine reine Schwulen- und Lesbenparade mehr, Menschen, die alle so unterschiedlich lieben setzen sich hier für Toleranz und Weltoffenheit ein. Im Jahre 2019 stellte sich in einer Umfrage in den USA heraus, dass 86% der Befragten Unternehmen boykottieren würden, die sich gegen LGBTQ*-Rechte aussprachen.

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